Es gibt auf der politischen Ebene durchaus Ansätze, den „Schutz von Kulturgut" auf Bundes- und Länderebene zu diskutieren und zu koordinieren (wie der soeben erschienene Tagungsband der im November 2024 in Kassel abgehaltenen Tagung zur „Zukunft des kulturellen Erbes" zeigt).1
Oftmals stehen hierbei restauratorische und/oder durch äußere Krisen hervorgehobene Schäden im Fokus. Auch dieses Problem ist in der SUB Göttingen wichtig, etwa bei der Erhaltung vieler zerfallender uigurischer Zeitungen aus Sinkiang, für deren Restauration und Digitalisierung das Geld fehlt.
Die Vernachlässigung bzw. mangelnde Nutzung originärer Bestände im Einsatz für Forschung und Lehre ist aus unserer Sicht ein ebenso wichtiger Anlass zur Sorge. Selbstverständlich machen digitalisierte bzw. ausschließlich in digitaler Form erschienene Publikationen einen wichtigen Bestandteil des Informationsangebots in Universitäten aus. Dennoch ist es gerade in den Geisteswissenschaften oft unverzichtbar, das Original in Augenschein zu nehmen und es für die Forschung und das kulturelle Bewusstsein einer Nation zu erhalten.
Ein erheblicher Teil gedruckter Literatur geht in ihrer Heimat in Asien aufgrund politischer Spannungen verloren und ist nicht mehr zugänglich. Hier kommt der Bibliothek in Göttingen die Rolle als Kulturbewahrerin zu.